Montag, 14. Juni 2010

Schreibhemmung?

Ein Theodor Fontane wollte ich zwar nie werden. Meine Frau meinte, die Frau Briest hätte schon recht, als sie zu ihrem Mann sagte: „Fang bloss nicht an zu dichten Briest, das liegt ausserhalb deiner Möglichkeiten“. Extrem lukrative Möglichkeiten sah ich dann im Werbetexten. Aber auch da meinte meine Frau, nur das Copyright auf Rechtschreibefehler würde mir meinen Lebensunterhalt sichern. Darum wurde ich dann auch Werber oder eben Kommunikationsberater. Das sind dann die, die sogar ihre Glatze als Werbefläche verkaufen. Soweit ging aber nur mein Haupt, das sich im Laufe der Jahre adäquat auf mein neues mögliches Geschäftsfeld Haare lassend vorbereitete.

Gut, gebildet zu sein heisst ja auch, sich nicht anmerken zu lassen, was man nicht weiss. Wenn Joyce seinen Leopold Bloom am Ende des vierten Kapitels von Ulysses auf dem Kackstuhl sitzend über die Beziehungen von Leib und Seele nachdenken lässt, ist das natürlich was anderes, als wenn ein 20-jähriger Rapper „Scheisse“ singt... (Ich finde das übrigens nicht so schlimm; in den USA sagten mir viele Scheisser). Weil Deutsch taugt halt auch nichts mehr. Man kann natürlich auch über die heutige Jugend motzen, anstatt über des alten Kaisers Bildungsdünkel und seine nicht existenten Kleider. Denn gesegnet seien die, die nichts zu sagen haben und das Maul halten, meinte Oscar Wilde. Was nicht unbedingt für jede Ausgabe unserer Regionalzeitungen zutrifft. Wenn man die Bündner Medien liest, wird's ja schwierig auf der immer mehr nach unten offenen Erfolgsskala den Grenzwert von der Sch... zur Schreibe zu finden.

Kafkas viel zitierter Satz von der Literatur, die eine Axt sein müsse für das „gefrorene Meer in uns“, habe ich nicht  hundertprozentig verinnerlicht. Ich spiele mehr mit dem Bildungsbürger-Ansatz; bin also eher ein Zitaten-Grübli-Häckerli oder lausiger Wortverdreher. Gebildet sein heisst ja: sich nicht anmerken zu lassen, wie schlecht man ist (stammt nicht von mir; ich hätte es bildungsgeschwurbelter zitiert). Hat Nietzsche in Graubünden geschrieben. Oder vielleicht auf dem Weg nach St. Moritz. Inspiriert war der Wahnsinnige auf jeden Fall hier. Von den unendlichen Höhen und Tiefen in diesem Land der Bettenhändler, Biobäuerinnen und Skilehrer. Im Land der Steine und Böcke fangen viele Geschichten an. Und nicht in Gregor Samsas Bett wie bei Kafka. Obwohl natürlich viele Geschichten im Bett anfangen.

Seit Analphabeten Sweat-Shirts mit der Aufschrift University of California tragen dürfen, gibt's ja auch die Bündner Wochenzeitungen. Die reizen ja dann zum dichten. Die BüWo zum Beispiel animiert mich jeden Mittwoch zum nachdichten, selten zum denken. Fazit: je mikroskopischer die Geschäftsfelder, desto grosskarierter unsere lokalen PR-Blätter. Jedem Nagelstudio seine PR Meldung mit einer glokalisierten Weltneuheit. Die reizen mich dann aber wieder gar nicht.


Seit dem Teenager Alter in den 60er Jahren liebe ich es  tucholsky-satirisch; in der Zwischenzeit gibt's zwar SMS und Stefan Raab – LOL - Lachlach. Zum Kurzfutter meinte ja schon  Tucholsky: „Ich hatte keine Zeit mich kurz zu fassen.“ Genau auf dem Punkt. Obwohl sich unsere Generation schon fragt, ob die Abkürzungen nicht auch schon wieder einen sozialen Code für die Generationenunterscheidung bedeuten. Ich schreibe short, darum bin ich jung? Persönlich schreibe ich einfach gerne, darum bin ich. Und so schreibe ich halt eher in der etwas redundanten Deutschlehrer-Altersheim-Codierung.

Donnerstag, 3. Juni 2010

Kunstkult

Über Kunst will ich mich nicht streiten. "Wenn man's kann ist's keine Kunst, und wenn man's nicht kann erst recht keine", hat doch Karl Valentin schon gesagt. Und über die schön ziselierten, hochnobilitierten Sätze, die uns vorgekaut werden, damit wir merken, dass was Kunst ist, wundere ich mich schon längst nicht mehr. Aber diese wahre Geschichte hat alles geschlagen was ich bisher unter Kunst kannte. Vielleicht sollte man auch mal den Kunst Schaffenden zu erläutern versuchen, wo sich der, auf der nach unten offenen Kulturförderungsskala, der Grenzwert zur Nicht-Kunst befindet.

Schauplatz Cuba: Wir spazierten recht touristisch beim Eindunkeln im November durch Havanna. Auffällig war da eine Vita Parcours-Tafel an einem beleuchteten Haus. Emsig strömten neue Leute zu dieser Türe. Locker gekleidet, aber doch mit dem gewissen Etwas der Internationalität. Oder eher Kultis? Vorsichtig schaute ich mich um, ob da wohl wieder geheime Securitad dabei war. Nichts davon - die Türsteher musterten mich abschätzend: kurze Hosen, Sandalen, T-Shirt... aber bei Devisen bringenden Touristen ist man dort wohlwollend und zudem weiss man ja nie im Künstler-Umfeld... Sie liessen uns rein. Ich aber hatte ein gewaltiges Déja-vu. Vordergründig eine sehenswerte Ausstellung mit dem Titel "Despues del arte". - After Art - mit namhaften Künstlern aus der ganzen Welt: Naumann bis Pistoletto - Lewis bis Rebecca Horn und dazu noch Schweizer wie Roman Signer. Aber was hat das Vita Parcours Zeichen damit zu tun? Für mich war Vita Parcours der  Churer Fürstenwald und Andreas Bärtsch. Anfangs der 70er Jahre bauten wir mit den Plänen von Andreas den ersten Vita Parcours in Chur. Er befahl was zu tun war, ich war der Antreiber, der alle Schaufler und Zimmerer koordinieren durfte, was natürlich hiess, dass auch ich selber schaufeln durfte für das neu aufkommende Fitnesstreiben in den Wäldern. Und jetzt waren diese blauen Tafeln mit schwarzen Nummern – Französisch beschriftet  – als internationale Kunstinstallation nobilitiert. Nix anderes, einfach die Tafeln so aufgehängt. Und der Titel "Vita Parcours". Internationale Kunst. Der internationale Schweizer Künstler Fabrice Gygi sei laut Katalog ironisch und weise subtil auf die schleichende Militarisierung unserer Körper in der Unterhaltungsindustrie hin und auch auf das Regime der Körper-Disziplin, dem wir uns heutzutage so gerne unterordnen würden. Sprachlos war ich wohl nicht nur wegen meines schlechten Spanischs, wohl eher wegen der neuen Kunsterfahrung. Du kannst jeden Scheiss aus dem Kontext verfrachten und klugscheisserisch untertexten heisst die Formel. – Klar, Kunst liegt im Auge des Betrachters und wenn Du's nicht checkst, hilft immer ein gut formulierter Katalog. Kulturverständnis ist eher von einem fehlgeleiteten elitären Gehabe geprägt. In Chur und Cuba ähnlich. Für die erleuchteten Wenigen eine geschützte Werkstatt, in der man selbstbezogen unter seinesgleichen rumhämmern kann. Wenn sich Andreas Bärtsch im Grabe auf dem Churer Friedhof noch freuen könnte: er würde schallend lachen. Genau diese Inhalte hatte er uns doch immer vermittelt. "Glaub doch nit jeda Saich."

Nichts zu lachen

Jedes Ding hat drei Seiten: eine negative, eine positive und eine komische, hat schon Karl Valentin gesagt. Zuerst die negative: ich hatte mein Portmonee in Chur verloren. Die positive: ich kaufte mir ein neues. Die komische: ist blogfüllend.

Gut, ich hätte nun einfach bei der Kantonspolizei eine Diebstahlanzeige machen können. Aber das bringt meine Identitätskarte auch nicht zurück. Ging also einfach zur Stadtpolizei am Kornplatz, um eine Verlustanzeige zu machen. Das stand in der Internet-Anweisung. Die Dame hat mich dann freundlich darauf aufmerksam gemacht, dass ich besser zur Kantonspolizei ginge. Als ich darauf bestand einfach eine Verlustanzeige zu machen, meinte Sie, das sei etwas schwierig, da ich ja nicht angeben könne, ob es nun gestohlen oder verloren sei. Zum Ausfüllen brauche sie mindestens 20 Minuten – für ein A 4 Blatt! (oder zwei bis zehneinhalb Tage, sagte doch auch der Karl Valentin). Und nebenbei fragte sie noch ganz schüchtern, ob ich nicht gut drauf sei... Hat sie wahrscheinlich im Coaching-Kurs für den geziemenden Umgang mit Kantonsschülern gelernt.

Nach 20 Minuten war ich dann wieder dort, musste aber leider wegen einer Hundemarken-Prozedur für ein herziges Schulmädchen nochmals 5 Minuten anstehen. Die Dame tat mir leid, war noch nicht ganz fertig, schliesslich ist sie ja wahrscheinlich für alles mögliche gut ausgebildet: Kampfbahn, Schleuderkurs, Schiessen, Umgang mit renitenten Alten. Nur mit dem Schiesser seinem Formular hatte sie ihre liebe Mühe. Den Büro-Assessment-Kurs hätte sie auf jeden Fall nicht bestanden.

Klappte dann aber doch noch. Ich ging weiter zur Einwohnerkontrolle an der Quaderstrasse. Dort war's schon fast 17 Uhr, aber die sind natürlich public-governance-geschult. Es waren zwar Null Kunden mehr drin, aber der korrekt sitzende und jüstierte Schalterbeamte machte mich darauf aufmerksam, dass ich ein Schalter-Ticket rauszulassen hätte. Tat ich. Worauf ich wieder zurück in die leere Schalterhalle durfte und am Schalter 237 F von einer netten jungen Dame empfangen wurde. Die verschickte mich dann aber wieder, um ein Foto zu machen ("wir brauchen immer aktuelle Fotos - auch wenn ihres erst ein Jahr alt ist".) Dabei hatte sie in ihrem Computer ein erst zweijähriges Föteli gespeichert und eine Glatze habe ich schon seit 10 Jahren.) Bei Karl Valentin gibt's ja die Fotoatelier-Szene, wo der Fotograf will, dass sich das Brautpaar niederkniet und der Bräutigam sagt: "Gefällt mir nicht." Worauf Valentin meint: "Wieso haben's dann gheiratet?" Der Bräutigam: "Die Stellung gefällt mir nicht."

Also raus und schnell 6 Fotos gemacht für 10 Franken. Nur: oben beim Rand hatte ich mich nicht an die Vorschrift gehalten. Versuch Nr. 2 : meine Mundstellung gefiel nicht. Man dürfe nicht lachen, sagte die junge Bürokraft fast verschämt und etwas unruhig weil der Chef die Türe schliessen wollte. So kam ich ihr dann entgegen und versprach am anderen Tag wieder zu kommen, neue Fotos (jetzt 30 Franken) zu machen und ging die gleiche Türe raus, worauf der Chef mir nachlief, den Kopf schüttelte und rief: „die andere Türe; hier geht man nach 17 Uhr nicht raus - die Türe geht immer kaputt.“ So kaputt verliess ich dann das Stadthaus und hoffte nicht noch einem befreundeten Betriebswirtschafter zu begegnen, der wahrscheinlich dem Herrn Boner in einer Topstudie empfiehlt, dass man solche Dinge doch im Internet selbst ausfüllen könnte, sogar mit einem e-Code, einer elektronischen Unterschrift und departementsübergreifend. So wie man eine Visa Karte mit Foto nach einem 2-minütigen Telefongespräch mit Sicherheitsfragen speditiv zugestellt bekommt.

Am nächsten Morgen versuchte ich dann speditiv sofort ein neues Foto zu machen. Griesgrämig setze ich mich vor den Foto-Automaten. Ja nicht lachen! Mit meiner schrägen Maulstellung hatte ich da bestimmt Pluspunkte und die Gesichtsoval-Vorschriften waren eingehalten. Ich sah aus wie eine Tatort-Leiche - ein Auge halb zu. Die junge Einwohner-Kontrolleurin tat mir leid; sie getraute sich nicht zu sagen, das sei ja schrecklich, bemerkte dann aber doch vorsichtig dass eventuell die Zampanos der Passkontrolle-Kontrolle meinen könnten, die ID sei so nicht durchzulassen. Ich beruhigte sie, dass notfalls auch das Bundesgericht bestätigen würde, dass ich halt von einem Zeckenbiss eine Gesichtslähmung gehabt hätte und deshalb so ein schräges Maul. Gottseidank liest sie keine Zeitungen, sonst hätte sie diese Doppeldeutigkeit  noch bestätigt bekommen. Aber da hätte wahrscheinlich Karl Valentin schon gesagt. „Wissen Sie eigentlich, dass auch in einer Stadt wie Chur  Pfingsten vor Ostern kommt, wenn man den Kalender von hinten liest.“ Finden Sie auch gar nicht so lustig? Die Büro-Realität der Stadt Chur schlägt jeden Komiker.

Filmreif

Hollywood ist uns meist weit voraus. Die Filmer haben unsere Krisen natürlich wieder mal vorausgesehen: "Das ist ein Scheissgefühl, wenn plötzlich alles aus dem Leim geht", sagt Finn Gilbert im Film „Palermo Shooting“ von Wim Wenders. Oder wie im Film "Matrix": nimmst Du die blaue Pille, geht es irgendwie weiter. So haben sich vielleicht die europäischen Finanzminister das vorgestellt. Nimmst Du die rote landest Du in der Matrix - einer nicht mehr von uns kontrollierten Welt. Als Folge müssten wir vielleicht wieder stark, siegreich und hektisch sesselfurzend am WEF oder anderen Globalisierungs-Tagungen teilnehmen.

Schon die alte Film-Alice im Wunderland meinte zum Chüngel: "Du musst doppelt so schnell laufen um anzukommen." Auch die Boni-Empfänger funktionieren so. Soviel Rattenrennen und Fussschweiss braucht die realfiktive Blasen-Ökonomie eben. Das hat die Filmfigur Gekko mit Michael Douglas schon 1987 gezeigt. Die nächste Trivialparodie ist wohl ein Film mit allen Management-Dummheiten, die's so gibt.

Das Sprachrauschen der letzten Wochen über die Wirtschaftszukunft ergibt doch einen tollen Comedy-Film. Zentralrelevante Orientierungsgrösse: der ganze Nonsense der Wirtschaftstheoretiker. Die Handlung etwa so: frei nach Einstein sind nur zwei Dinge unendlich – das Universum und die Management-Dummheiten. Hand in Hand (oder Handy in Handy?) we go. – Wenn man sich im Kreis dreht, glaubt man ja gerne es sei Kooperation. Filmreif abgehen könnte man dann wie der britische Premier Brown, wie er mit seiner Familie Hand in Hand Abschied nahm von Downing Street 10. Da sind Fiktion und Realität ziemlich nahe. "Manchmal kann die Wahrheit nur erfunden werden," sagt Siegfried Lenz.

Nur weiss ich natürlich als Kommunikationsmensch, dass ein Film nicht so sein darf wie Georg Clooney ist, sondern so wie Renzo Blumenthal sein möchte. Die Realität würde dann in Reportage-Mitschnitten aus Griechenland eingebaut. O-Ton: "Wir Griechen möchten's doch auch so recht gemütlich wie diese Berliner, Zürcher und Londoner bei uns in den Ferien. Wir verstehen aber nicht, warum die so arbeiten müssen." - Dann singt's aus dem Film-Hintergrund wie bei Wim Wenders: "Quello che non ho è quello che mi manca“. Was er hat, das will er nicht und was er will, das hat er nicht, der Erbe von Sokrates.

Schiesser ist ein Spiesser

Spiesser: das sind nicht die beige-gekleideten Seniorenakademiker mit Gartengeräte-Affinität und Sonntagskirchensocken. Früher sagte man die spiessigen Opelfahrer hätten Dächlikappen. Heute trägt Dächlikappe, wer nicht als Spiesser gelten will. Spiesser sind nicht  stumpenrauchende, opelwaschende Stammtisch-Dumpfbacken. Spiesser sind nicht kuhschellenbimmelnde und bauernkuttentragende Wanderfreaks. Spiesser sind oft rolextragende Biker mit Wolfskin-Jacken. Spiesser betonen, dass sie auch mal Jeans tragen zu einer Sitzung und im Face Book sind. Spiesser schauen sich Stellenanzeigen an mit Bildli von segelnden Bankbeamten und Seilschaften von Berggängern und schneebedeckten Berglandschaften mit Tourenfahrern und glauben, ihr neuer Job sei bestimmt so. Sie bezeichnen sich als „varimobile“ oder „umzugsmobile“.  Sie twittern jederzeit um die ganze Welt. Sie stellen ihr iPhone immer auf dem Tisch aus und gehen in den Zigarrenclub, lesen die Vorher-Nachher-Chili-Beilage und versuchen die Unterschiede rauszufinden. Spiesser meinen ernsthaft, sie täten was für die Demokratie beim Ausfüllen der Wahlzettel für den Gemeinderat. Finden auch Abstimmungen anturnend, solange man dabei nicht denken muss. Spiesser glauben, dass sie netzwerken – und gehen dann mit Tausend anderen ans Wirtschaftsforum.

Weibliche Spiesser sind Housewifes, die zeitgeisty Glanz und Gloria sehen und ihre spärlichen Denkfalten mit Botox glätten. Das kommt von „Zen und die Kunst etwas zu denken beim Fernsehen“. Sie reden im Golfclub von Feng Shui und meinen das bewässerte Steinbrünneli. Weil der Hydrokultur-Ficus out ist. Wrong Shui kennen sie noch nicht beim Namen. Aber die Farbenlehre kennen sie von der Lippenstift-Verkäuferin.

Spiesser tragen Freitagstaschen. Sind in einem Fitness-Club, fahren einen BMW oder Audi, haben eine Hypothek, 2 erwachsene Kinder, einen Hochschulabschluss, ein teures Mountainbike, sind seit bald 30 Jahren verheiratet. Wie ich. Neo Spiesser. – Aber ich habe eben keinen Smoking, finde Zigarrenrauchen spiessig, bin in keinem Serviceclub, mein Audi ist 12jährig und noch öder finde ich die Chili-Beilage der Möchtegern Society-Ladies in der SO.  Ich bike auch nicht meinem Schatten davon, obwohl ich mich manchmal als joggenden Sisyphus sehe. Habe mich noch nie aufgeregt, dass kein Romane den Literatur-Nobelpreis bekam und überhaupt finde ich Lebrument sympathisch – seine Altersallüren aber keineswegs. Ideologisch spiessig finde ich diese halbgaren Partei-Ideologen von rechts bis links. Apropos Spiesser: Ich bin befreundet mit Anwälten, finde die meisten – vor allem wenn sie noch provinzpolitisch tätig sind  – die Inbegriffe von Autisten, die meinen sie hätten ein Overall-Wissen, das sie über alle Overalls hebe. Und einige finde ich überhaupt nicht so. Denn das Eigene ist ja oft nur das angeignete Andere. Aber sagen Sie dies nicht einem Juristen.

Wer ist denn überhaupt noch ein Spiesser? Ich könnte wetten, Sie sind keiner oder fühlen sich bestimmt nicht wie einer. Wie ich.