Jetzt wollen wir titanisch die Pferde satteln für eine neue Zukunft. Es ist die Zeit gekommen, die Weichen für die nächsten 50 bis 100 Jahre zu stellen. Und die paar Olympia-Milliarden liegen wohl noch drin. Wir Oldies werden Graubünden aus der wirtschaftlichen Stagnation herausführen und sehen uns als Visionäre und Pioniere. Die Öffentlichkeit soll uns als Entrepreneurs wahrnehmen. Übersteigerte Siegerhaltungen sind doch gut - nicht nur im Eishockey. Globalisieren muss man ja nicht alles, aber:„Erst wenn Sie dich in Wladiwostok kennen bist Du ein Weltstar,“ sagte schon Woody Allen. Tarcisius Caviezel und Christoffel Brändli empfinden da ähnlich. Olympische Winterspiele müssen her. Und wenn's auch nur für die nächsten Parlamentswahlen ist. Nachdem Regierungsrat Trachsel die letzte Bewerbung schlichtweg an die Wand gefahren hat, wurde er ja auch zum Dank als Regierungsrat gewählt. Nun unterstützt er ja nur noch konkursite Buden. Die Liste aller seiner Start-ups, die eingegangen sind - ab Mainstation bis zur Haltestelle Grosssägerei Ems - ist auch bald olympisch. Mitmachen beim Machbarkeitswahn ist wichtiger als Gewinn machen. Das zeigen auch die 600 überflüssigen Parkplätze des Outlets in Landquart.
Olympia in Graubünden: Klar, zum ersten Mal kleine, weisse umweltfreundliche Spiele - nur so einfache Spielchen - zwischen Davos und St. Moritz. Nur mehrere Milliärdchen sind nötig. Solche Projektiönchen tun gut. Da können wir alle Meliorationsstrassen sanieren und jedes Bähnli realisieren. Und damit das gut läuft, bauen wir die typische politische Paranoia auf: Allen die etwas mitdenken, dichtet man einfach einen negativen konspirativen Sinn an.„Die haben doch keine Ahnung von der Wirtschaft....“ Der ganze Bürgerblock ist ja dafür - inklusive Grünliberale, die immer gerne und sowieso schon in vorauseilendem Gehorsam dabei sein wollen, wenn man Management-Simulationen startet.
Wie geht's weiter? Wir erklären einfach und mit mehreren Gutachten gestützt die Unausweichlichkeit zu diesem grossen Schritt - und die wirtschaftliche Unerreichbarkeit aller Alternativen. Dann schämt sich der grosse Rest und der Grosse Rat Fragen zu stellen. Denn auch schon in der Geschichte „des Kaisers neue Kleider“ hat sich nur das Kind nicht geschämt eine Frage zu stellen. Unsere Wirtschaftsförderung, die sich mit einer stattlichen Anzahl von Arbeitsplätzen ausschliesslich dem Zählen von Erbsen widmet und dem Abhökeln von absurden Machbarkeitsstudien, kann da sicher einige Zusatz-Wertschöpfungs-Gutachten machen lassen, um ihre Unfähigkeit zu dokumentieren. Das ganze betten wir dann in ein PR-Konzept ein: Das kann man sich ja nach dem Marketing Prinzip des Wunschkonzertes zurechtschustern - wenn gespielt wird, was sich jedermann sowieso wünscht, braucht man sich wenigstens nicht um dem Applaus zu sorgen. Also jedem ein Gschenggli. Jeder der irgendeine Sportart betreibt in Graubünden wird doch dabei sein wollen. Als zentral-relevante Orientierungsgrösse nehmen wir dann noch ein Paar HTW-Buchhaltungslehrer, die dazu ein professorales Dossier abliefern. Copy Paste - die Bewerbung vom letzten Mal, nur die Daten wechseln und aufpassen, dass es niemand merkt: die nichtvorhandenen Betten und Kapazitäten für Sportler und Media-Leute können wir ja im Südtirol borgen. Was die 4 Eisstadien mit je 50'000 Zuschauer nachher zwischen Selfranga und Samedan machen, könnten wir ja mit der Lia Rumantscha bereden. Für die Minderheiten ist eine Biathlon-Schiessanlage für 25 Mio Franken im naturgeschützten Stazerwald oder eine Sprungschanze für 2 Skispringen pro Jahr und 35 Millionen - immer gut. Unser Hit: kein einziger Baum muss gerodet werden und die Defizite erreichen auch nur knapp die Waldgrenze. Mitmachen beim Wirtschaft-Karaoke: alte Dossiers hervorholen, alten Schnulzen nachträllern und damit für 15 Minuten im Gespräch bleiben. - Aber bitte, wir wollen doch nicht polemisieren, lieber die Interpretationsdifferenzen produktiv operationalisieren. Also alle paar Jahre wieder eine millionenteure Studie lancieren...
P.S. Ich war schon zweimal dabei in diesen Initiativ-Komitees... möglich, dass ich vielleicht einfach zuviel weiss. - Wie heisst die Krankheit schon wieder? Ach ja, „ich weiss, dass ich nichts weiss, aber viele wissen nicht einmal das.“ (Das heisst dann die sokratische Ignoranz - ist aber weniger schlimm als die demokratische Ignoranz)
Olympia in Graubünden: Klar, zum ersten Mal kleine, weisse umweltfreundliche Spiele - nur so einfache Spielchen - zwischen Davos und St. Moritz. Nur mehrere Milliärdchen sind nötig. Solche Projektiönchen tun gut. Da können wir alle Meliorationsstrassen sanieren und jedes Bähnli realisieren. Und damit das gut läuft, bauen wir die typische politische Paranoia auf: Allen die etwas mitdenken, dichtet man einfach einen negativen konspirativen Sinn an.„Die haben doch keine Ahnung von der Wirtschaft....“ Der ganze Bürgerblock ist ja dafür - inklusive Grünliberale, die immer gerne und sowieso schon in vorauseilendem Gehorsam dabei sein wollen, wenn man Management-Simulationen startet.
Wie geht's weiter? Wir erklären einfach und mit mehreren Gutachten gestützt die Unausweichlichkeit zu diesem grossen Schritt - und die wirtschaftliche Unerreichbarkeit aller Alternativen. Dann schämt sich der grosse Rest und der Grosse Rat Fragen zu stellen. Denn auch schon in der Geschichte „des Kaisers neue Kleider“ hat sich nur das Kind nicht geschämt eine Frage zu stellen. Unsere Wirtschaftsförderung, die sich mit einer stattlichen Anzahl von Arbeitsplätzen ausschliesslich dem Zählen von Erbsen widmet und dem Abhökeln von absurden Machbarkeitsstudien, kann da sicher einige Zusatz-Wertschöpfungs-Gutachten machen lassen, um ihre Unfähigkeit zu dokumentieren. Das ganze betten wir dann in ein PR-Konzept ein: Das kann man sich ja nach dem Marketing Prinzip des Wunschkonzertes zurechtschustern - wenn gespielt wird, was sich jedermann sowieso wünscht, braucht man sich wenigstens nicht um dem Applaus zu sorgen. Also jedem ein Gschenggli. Jeder der irgendeine Sportart betreibt in Graubünden wird doch dabei sein wollen. Als zentral-relevante Orientierungsgrösse nehmen wir dann noch ein Paar HTW-Buchhaltungslehrer, die dazu ein professorales Dossier abliefern. Copy Paste - die Bewerbung vom letzten Mal, nur die Daten wechseln und aufpassen, dass es niemand merkt: die nichtvorhandenen Betten und Kapazitäten für Sportler und Media-Leute können wir ja im Südtirol borgen. Was die 4 Eisstadien mit je 50'000 Zuschauer nachher zwischen Selfranga und Samedan machen, könnten wir ja mit der Lia Rumantscha bereden. Für die Minderheiten ist eine Biathlon-Schiessanlage für 25 Mio Franken im naturgeschützten Stazerwald oder eine Sprungschanze für 2 Skispringen pro Jahr und 35 Millionen - immer gut. Unser Hit: kein einziger Baum muss gerodet werden und die Defizite erreichen auch nur knapp die Waldgrenze. Mitmachen beim Wirtschaft-Karaoke: alte Dossiers hervorholen, alten Schnulzen nachträllern und damit für 15 Minuten im Gespräch bleiben. - Aber bitte, wir wollen doch nicht polemisieren, lieber die Interpretationsdifferenzen produktiv operationalisieren. Also alle paar Jahre wieder eine millionenteure Studie lancieren...
P.S. Ich war schon zweimal dabei in diesen Initiativ-Komitees... möglich, dass ich vielleicht einfach zuviel weiss. - Wie heisst die Krankheit schon wieder? Ach ja, „ich weiss, dass ich nichts weiss, aber viele wissen nicht einmal das.“ (Das heisst dann die sokratische Ignoranz - ist aber weniger schlimm als die demokratische Ignoranz)